Der Weilheimer Abstieg in die Bezirksliga könnte morgen Abend endgültig besiegelt sein. Drei Neuzugänge stehen bereits fest.

Rein theoretisch könnte der TSV Weilheim an den letzten beiden Spieltagen den fast besiegelten Abstieg aus der Fußball-Landesliga noch verhindern. Doch wer diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung zieht, gerät in den Verdacht, auch noch an den Klapperstorch zu glauben. Fußballchef Paul Schrievers ist Realist genug, um zu der Erkenntnis zu kommen: „Es wird wohl nicht mehr reichen.“

Nach nur einem Jahr verlässt Stürmer Matteo Stefania die Weilheimer in Richtung TSV Oberensingen. Foto: Markus Brändli
Nach nur einem Jahr verlässt Stürmer Matteo Stefania die Weilheimer in Richtung TSV Oberensingen. Foto: Markus Brändli

Seine klitzekleine Einschränkung mit dem Wörtchen „wohl“ bezieht sich auf zwei dünne Strohhalme. Erstens die sportliche Rettung über den Umweg der Relegation. Zweitens der freiwillige Ausstieg von Nafi Stuttgart aus der Landesliga, der seit Wochen im Raum steht.

Um drin zu bleiben in der Liga, in der der TSV Weilheim neun Jahre lang stets eine gute Rolle spielte, müsste er den vor ihm platzierten TSV Bad Boll überholen, und anschließend die Relegation gegen den Sieger der Quali-Runde gewinnen. Aber dieses Fünkchen Hoffnung erlischt bereits, wenn Boll morgen das Heimspiel gegen Schlusslicht und Absteiger Germania Bargau gewinnt.

Bleibt der mögliche Rückzug des „Neuen Amateur Fußballverein International“, kurz „Nafi“ genannt - Weilheims Gegner am morgigen Samstag (17 Uhr). Auf der Schlotwiese in Zuffenhausen wird seit einem halben Jahr zwischen Spielern und Vereinsführung reichlich Dampf abgelassen. Es fließen keine Gehälter mehr. So gut wie alle Spieler werden den Verein verlassen. Die bisherige Heimspielstätte wurde von Gastgeber SSV Zuffenhausen gekündigt. Ersatz ist nicht in Sicht, nachdem der VfL Stuttgart zuletzt eine angestrebte Fusion abgelehnt hat. Wie es weitergeht, ist daher selbst acht Tage vor Saisonende völlig offen. Aber der Verband will rasche Klarheit, hat Nafi für seine Entscheidung eine Deadline bis 15. Juni gesetzt. Eine Möglichkeit wäre ein Neuanfang in der Bezirksliga.

Wie negativ sich das Hickhack auf die Leistung der Mannschaft ausgewirkt hat, zeigt die trostlose Nafi-Bilanz der Rückrunde: 13 Spiele, zwei Siege, Rückfall auf den neunten Tabellenplatz. Nach der Vorrunde lagen die Nord-Stuttgarter noch an zweiter Stelle. Genau umgekehrt der Saisonverlauf beim TSVW: Hinrundenletzter mit einem Dreier und sechs Punkten, danach sechs Siege und siebter Rückrundenplatz.

Zum Überleben trotzdem zu wenig, auch wenn im Fußball allgemein vieles möglich ist. Einige Akteure haben offenbar die Hoffnung bereits aufgegeben. Nach Mittelfeldspieler Can Kanarya (zum SV Ebersbach) und Torwart Alexander Lang (TSV Bad Boll) werden auch Stürmer Matteo-Pio Stefania (TSV Oberensingen) und Verteidiger Konstantinos Korbiakis (SC Geislingen) den Klub verlassen. Weitere Abgänge sind noch zu erwarten (siehe Interview rechts).

Neu zur blutjungen Truppe gesellen sich Danny Nguyen (20) von der SGEH sowie, wie berichtet, Luca Hauser (19) vom VfR Aalen und Ali Sahin (23) von der TSV Oberensingen. Aufrücken in den A-Kader wird zudem der eine oder andere aus der erfolgreichen zweiten Mannschaft, die den Aufstieg in die Kreisliga A vor Augen hat.

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/fussball/fussball-landesliga_artikel,-das-letzte-fuenkchen-hoffnung-steht-vor-dem-erloeschen-_arid,229991.html