Der Tabellenletzte stärkt seinem Trainer trotz der sportlichen Talfahrt den Rücken.

Der Auftakt war verheißungsvoll. Der 4:2-Sieg am 19. August gegen den TSV Weilimdorf weckte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weilheimer Saison. Morgen geht es zum Auftakt der Rückrunde wieder gegen Weilimdorf. Aber diesmal mit ganz anderen Erwartungen. Drei Monate und 14 Spiele später kämpft der TSVW als Tabellenletzter ums Überleben in der Landesliga.

In Weilheim sieht niemand schwarz: Trainer Benjamin Geiger genießt das Vertrauen der Verantwortlichen. Foto: Markus Brändli
In Weilheim sieht niemand schwarz: Trainer Benjamin Geiger genießt das Vertrauen der Verantwortlichen. Foto: Markus Brändli

Dem vielversprechenden Start folgten drei Unentschieden und elf Niederlagen. 3:36 Punkte, eine katastrophale Bilanz, die in den meisten Vereinen zum Trainersturz geführt hätte. Außer in Weilheim. Dort stellt man sich den Gepflogenheiten der Mehrheit entgegen. Benjamin Geiger genießt nach wie vor das Vertrauen der Verantwortlichen. „Solange wir mit seiner Arbeit zufrieden sind, besteht kein Grund, uns vom Trainer zu trennen“, stärkt Abteilungsleiter Paul Schrievers dem Coach den Rücken.

Die Ursache für die rasante Talfahrt läge woanders als beim Trainer, an dem man im Notfall auch bis zum bitteren Ende festhalten würde. Sie sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass viele junge, unerfahrene Spieler eingebaut werden mussten, die Mannschaft sich komplett verändert habe. Schrievers: „Das Risiko war uns bewusst. Nur nicht, dass es solche fatale Folgen haben würde.“

Was bleibt, ist der Versuch, zu retten, was zu retten ist. Bereits am Mittwoch traf sich die Vereinsführung zu einer Krisensitzung. Man will versuchen, die Mannschaft in der Winterpause zu verstärken. Dringend gesucht wird ein zentraler Spieler mit Qualität und Erfahrung, der für mehr Stabilität sorgt. „Wir haben ein paar Optionen. Ab nächster Woche werden wir die Sache angehen“, so Schrievers.

Das Vorhaben ist schwierig. Welcher Spieler, der den Vorstellungen entspricht, kommt zu einem Tabellenletzten, dem schon zehn Punkte bis zum rettenden Ufer fehlen? Immerhin, am Geld soll es nicht scheitern. „Wir haben ja bisher wenig für Siegprämien gebraucht“, sagt Schrievers mit süß-saurer Miene und gewinnt der prekären Lage wenigstens etwas Positives ab.

Gelingt es, die Mannschaft zu verstärken, keimt Hoffnung auf. Nach der Partie in Weilimdorf folgen drei spielfreie Monate, in denen die Batterien für einen Neuanfang aufgeladen werden können. Die ersten Spiele nach der Winterpause sind machbar: zu Hause gegen FV Sontheim (3. März), in Blaustein (9. März), auf eigenem Platz gegen Boll (15. März) - alles Gegner mit ähnlichen Sorgen.

Beinsteller Bonlanden?

Von den Hinterbänklern der Liga zum Spitzenspiel am Wochenende. Der SV Bonlanden, der zuletzt Favoritenschreck TSV Buch mit 5:1 in die Schranken wies, möchte auch dem souveränen Spitzenreiter TSG Hofherrnweiler-Unterrombach ein Bein stellen. Der erstaunlich starke Aufsteiger von den Fildern hat mit der Verpflichtung des 34-jährigen Srdjan Savic einen Glücksgriff getan. Der Ex-Profi aus Serbien hat derzeit einen Lauf: zehn Tore in den letzten sechs Spielen.

Angeführt wird die Torschützenliste der Landesliga vom ehemaligen Unterlenninger, Kirchheimer, Frickenhauser, Balinger, Ebersbacher, Weilheimer und Echterdinger Fatih Özkahraman. Als dreifacher Torschütze für seinen jetzigen Geldgeber TSV Oberensingen beim 6:5 vergangenen Samstag gegen Weilheim schraubte der Wandervogel seine Quote auf 17 Treffer.

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/fussball/fussball-landesliga_artikel,-die-weilheimer-schwimmen-gegen-den-strom-_arid,223296.html