Weilheims Trainer Benjamin Geiger wird Papa. In der Mannschaft ist er das schon.

Trotz der schwarzen Serie von zehn Spielen ohne Sieg - es gibt noch freudige Ereignisse beim TSV Weilheim. Vor dem schweren Heimspiel gegen den souveränen Tabellenführer TSG Hofherrnweiler-Unterrombach am Sonntag um 14.30 Uhr wartet Trainer Benjamin Geiger stündlich darauf, Vater zu werden. Sein Co-Trainer Luca Greco war vier Wochen früher dran.

Abgesehen davon wird beim TSV das Thema Nachwuchs ohnehin großgeschrieben. Bei der unglücklichen 3:4-Niederlage in Buch standen nicht weniger als zehn Junioren auf dem Platz, die 20 Jahre oder jünger waren. Eine Rasselbande ohne Beispiel in der Landesliga. Die totale Verjüngungskur des Kaders war so nicht geplant, aber aufgrund von 17 Abgängen unvermeidlich

Nun muss der Verein mit den Folgen leben. Die da wären: Feuereifer und Qualität bei den Jungs, aber wenig Erfahrung und deutliche Leistungsschwankungen mitten im Spiel. Was allzu häufig zu Fehlern führt und schnell bestraft wird. Wenn dann noch der Schiedsrichter seinen Teil dazu beiträgt, wie am Sonntag in Buch, gehen sicher geglaubte Punkte verloren. Spielleiter Armin Sigler, beim TSV Nachfolger von Günther Friess: „Die Jungs haben ein klasse Spiel gemacht, sind aber verpfiffen worden. Dem vierten Tor des Gegners ging ein klares Foulspiel an Benjamin Schmitz voraus, das nicht geahndet wurde.“ Der zuvor eingewechselte Nico Seifert ließ sich die Chance zum Bucher Siegtreffer in der 80. Minute nicht entgehen.

Was der „Mannschaft der Zukunft“ fehlt, ist ein Befreiungsschlag, der neue Kräfte freisetzt. „Wir werfen die Flinte aber nicht ins Korn“, versichert Sigler und hofft auf mindestens sieben, im günstigsten Fall neun Punkte in den restlichen fünf Spielen bis zur Winterpause. Dann wäre in der Rückrunde der Klassenerhalt noch machbar.

„Das Gute ist, dass wir nicht meilenweit abgeschlagen sind. Wir glauben dran, dass demnächst der Knoten platzt“, gibt sich auch Trainer Benjamin Geiger optimistisch. Schon gegen Hofherrnweiler? „Warum nicht. Keiner rechnet mit uns. Wir können befreit aufspielen.“ Drei junge, aber schon etwas erfahrenere Spieler wie Jonas Schmidt (20) im Tor sowie Can Kanarya (22) und Marvin Heth (21) sind wieder dabei. Dagegen muss Geiger noch einige Zeit auf seine Nachwuchshoffnungen Deniz Emini und Oliver Reisenauer, beide 19, verzichten.

Ähnlich unglücklich wie bisher für den TSVW verläuft die Saison für die kleine Teck-Filiale, den TV Echterdingen (zehn Punkte). Auch die Mannschaft von Chris Eisenhardt kämpft gegen den Abstieg. Bei Nafi Stuttgart (2:3) hatte Weilheims Ex-Trainer mehrmals Grund, mit dem Schicksal zu hadern. Der einstige Kirchheimer Torwart Valentin Haug leistete sich einen Fehlgriff zum 0:1. Tobias Heim, früher Weilheim, verpasste mit einer Direktabnahme denkbar knapp das 1:1, bevor David Hertel (ehemals VfL) doch noch den Ausgleich erzielte. „Unbegreiflich“, war für Eisenhardt, „wie der Schiri das dritte Tor geben konnte.“ Bei einem Nafi-Freistoß hob der Assistent die Fahne - Abseits. Alle blieben stehen, doch der Treffer zählte. Am Sonntag will der TVE gegen Oberensingen die Scharte auswetzen, wobei „Eise“ auf zahlreiche alte Bekannte aus Weilheimer Zeit trifft: Ferdi Er, Christoph Bauer, Michele Latte, Marc-Kevin Theimer, Marco Parotta und Fatih Özkahraman.

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/fussball/fussball-landesliga_artikel,-warten-aufs-baby-und-den-befreiungsschlag-_arid,222103.html