Der abstiegsbedrohte TSV Weilheim gerät vor der Winterpause immer mehr unter Zugzwang.

Die Landesligakicker des TSV Weilheim kommen nicht vom Fleck. Statt der im Vorfeld der beiden jüngsten Partien gegen die Kellerkonkurrenten aus Bargau und Neu-Ulm anvisierten vier Zähler, gab es bekanntlich nur einen - zu wenig, um den ersehnten Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg zu landen. „Wir stecken in einem Teufelskreis“, stöhnt Trainer Benjamin Geiger, „das nötige Selbstvertrauen für unsere Situation bekommt man eben nur durch Erfolgserlebnisse.“

Hart gelandet: Die Rot-Weißen aus Weilheim hinken den Erwartungen immer noch hinterher. Foto: Markus Brändli
Hart gelandet: Die Rot-Weißen aus Weilheim hinken den Erwartungen immer noch hinterher. Foto: Markus Brändli

Dass die zuletzt durchaus möglich gewesen wären, wurmt den Übungsleiter ganz besonders. Im Heimspiel gegen Neu-Ulm verzeichneten die Weilheimer 60 Minuten lang keinen einzigen Ballverlust, ehe die Mannschaft nach dem zu diesem Zeitpunkt glücklichen Ausgleich der Gäste zum 1:1 mehr oder weniger auseinanderfiel und noch 1:2 verlor. „In der letzten halben Stunde haben wir unseren Match-Plan völlig aufgegeben und viele Dinge viel zu kompliziert gemacht“, analysiert Geiger die Ursachen für die Niederlage, die seiner Meinung nach hauptsächlich auf die Unerfahrenheit der Spieler zurückzuführen sind.

In der Tat würden routiniertere Mannschaften eine 1:0-Führung vor heimischem Publikum in den verbleibenden 30 Minuten bis zum Schlusspfiff clever verwalten. Geigers Problem: Routine und Cleverness kann man nicht auf den Trainingsplan setzen und die Zeit, um entsprechende Erfahrungswerte zu sammeln, wird für die Weilheimer immer knapper: In den sechs Spielen bis zur Winterpause ist der TSVW unter Zugzwang. „Wir müssen punkten“, weiß Geiger, „egal, gegen wen.“

Schwer genug wird‘s, erwarten die Weilheimer doch nach dem Gastspiel kommenden Sonntag beim Tabellenachten in Buch eine Woche später Spitzenreiter Hofherrnweiler im Lindachstadion. Bis Weihnachten geht‘s noch gegen die Vorderbänkler Bonlanden (7.), Nafi Stuttgart (4.), Oberensingen (5.) und Weilimdorf (9.). Eine offizielle Punktevorgabe gibt es zwar nicht, doch sollte unterm Christbaum möglichst genügend Zählbares liegen, um 2019 nicht als Abgeschlagener in die zweite Saisonhälfte gehen zu müssen.

Dass es soweit nicht kommen wird, glaubt ausgerechnet einer der größten TSVW-Widersacher im Abstiegskampf: „Weilheim hat Qualität, es würde mich stark wundern, wenn sie absteigen“, sagt Chris Eisenhardt, Geigers Vorgänger an der Lindach und aktuell Coach des Tabellenelften Echterdingen.

Es geht ans Eingemachte

Drill statt Ball hieß es für die Weilheimer im gestrigen Dienstagstraining, in dem Benjamin Geiger „ans Eingemachte“ wollte. „Wir müssen in jedem Spiel über unsere Grenzen gehen und das ab sofort auch im Training machen. Die Zeit der Streicheleinheiten ist vorbei“, betont der 38-Jährige, der gestern auch Einzelgespräche mit den Spielern führte, um die Negativserie aufzuarbeiten: Der TSVW wartet seit dem ersten Spieltag auf den zweiten Saisonsieg.