Der TSV Weilheim gastiert am Sonntag beim TV Echterdingen um Ex-Coach Chris Eisenhardt.

14 Mal sind der TV Echterdingen und der TSV Weilheim in der Fußball-Landesliga bisher aufeinandergetroffen. Aber noch nie war die Situation so heikel wie diesmal. Vor dem sechsten Saisonspiel am Sonntag, 15 Uhr, auf den Goldäckern stehen beide Mannschaften auf einem Abstiegsplatz. Das Wiedersehen von TV-Trainer Chris Eisenhardt mit seinem Ex-Verein ist ein Frustduell.

Ab durch die Mitte: Der TSVW will in Echterdingen was reißen. Foto: Markus Brändli
Ab durch die Mitte: Der TSVW will in Echterdingen was reißen. Foto: Markus Brändli

Das belegen nackte Zahlen. Echterdingen (15. Tabellenplatz) hat zuletzt viermal hintereinander verloren, Weilheim (13.) viermal nicht gewonnen. Bei Schwarz-Gelb sitzt der Wurm im Sturm - erst vier Tore in fünf Spielen. Die Roten sind hinten nicht dicht - 16 Gegentreffer, mit Abstand die meisten in der ganzen Liga.

Das hat Gründe. Identisch ist bei beiden Klubs der Umbruch im Kader. Echterdingen hat 15 Spieler verloren und ebenso viele dazugewonnen. In Weilheim stehen 17 Abgängen 18 Zugänge gegenüber. Bei so vielen Wechseln braucht es seine Zeit, bis die Trainer die vermeintlich ideale Elf gefunden haben. Erst recht, wenn Stammkräfte schon zu Beginn verletzungs- oder urlaubsbedingt ausfallen.

Bei Echterdingen fehlt Valentin Haug von Beginn an. Der Torwart und Kapitän leidet an Gleichgewichtsstörungen, hat noch kein Spiel bestritten. Sein Stellvertreter Antonios Chandolias machte anfangs keine glückliche Figur und wurde ersetzt. Beim TSVW muss Felix Stolz nach einer Augen-OP noch zwei, drei Wochen pausieren. Ausfallen wird auch Oliver Reise­nauer (Meniskusverletzung).

Es herrscht Tristesse nach dem Fehlstart in beiden Lagern, aber keine Depression. Im Gegenteil, die Hoffnung auf Besserung hat Nahrung bekommen. Der TVE bot dem SC Geislingen zuletzt kräftig Paroli, unterlag unglücklich 0:1. Das Tor wurde eingeleitet durch einen Ballverlust des Ex-Weilheimers Tobias Heim, bisher einer der Stabilisatoren im Team. Eisenhardt gibt sich nach der Mut machenden Vorstellung seiner Mannschaft optimistisch: „Aufgrund der guten zweiten Halbzeit habe ich das Gefühl, dass unsere Leidenszeit jetzt vorbei sein wird.“

Das Spiel gegen seinen ehemaligen Klub sei für ihn etwas Besonderes. Vor allem in Verbindung mit dem Druck, unter dem seine junge Mannschaft (Durchschnittsalter 23 Jahre) jetzt stehe. „Aber die Jungs können damit umgehen“, ist er überzeugt. In dieser Woche leitet Co-Trainer Daniel Heisig, ebenfalls ein früherer Weilheimer, das Training. Sein Chef macht in Ruit den Trainer-B-Schein. Prüfung ist Anfang des nächsten Jahres.

Kollege Benjamin Geiger fand trotz der 1:5-Schlappe gegen Ebersbach: „Wir haben eine Stunde lang ein richtig gutes Spiel gemacht. Die Niederlage war verdient, ist aber zu hoch ausgefallen.“ Geschuldet diverser Abwehrfehler, die der jungen, offensiv ausgerichteten Truppe immer wieder unterlaufen. „Wir müssen kompakter stehen, konsequenter in die Zweikämpfe gehen und unsere Schwächen bei den Standards abstellen“, fordert er. Sechs der 15 Gegentreffer fielen nach Freistößen oder Elfmeter. Beherzigen die Spieler seine Worte, könne sich der TSVW auf den Fildern durchaus etwas ausrechnen.

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/fussball/fussball-landesliga_artikel,-frustduell-auf-den-fildern-_arid,220358.html