Im Heimspiel gegen den FC Heiningen verzichtet Weilheims Trainer Chris Eisenhardt auf Mike Tausch und Lennart Zaglauer.

Sie sind fit, brennen auf ihren Einsatz und haben sich auch nichts zuschulden kommen lassen. Und dennoch müssen sich Kapitän Mike Tausch und Lennart Zaglauer vom TSV Weilheim morgen im Lindachstadion mit der Zuschauerrolle begnügen. Im Landesliga-Heimspiel gegen Spitzenreiter 1. FC Heiningen (Anpfiff 15.30 Uhr) verzichtet Trainer Christopher Eisenhardt freiwillig auf seine beiden besten Stürmer, die zusammen fast die Hälfte aller Weilheimer Tore (Tausch zwölf, Zaglauer acht) erzielt haben.

 

Hintergrund: Die beiden bewährten Stammkräfte spielen in der nächsten Saison für Heiningen. Ihr Wechsel steht schon seit geraumer Zeit fest. Mit eventuellen Toren im TSVW-Dress könnten sie dem künftigen Verein die Meisterschaft und den auch von ihnen ersehnten direkten Aufstieg in die Verbandsliga vermasseln. Geben sie für ihren aktuellen Verein trotzdem noch mal alles? Oder nehmen sie in der Hoffnung auf eine sportlich rosigere Zukunft den Fuß vom Gaspedal?

Eine schwierige Entscheidung für Eisenhardt. Er sagt: „Egal, was ich mache, es kann richtig oder falsch sein. Aber ich kenne mich aus im Fußball. So eine Situation hast du im Spiel im Hinterkopf.“

Die Reaktionen der beiden langjährigen Stützen des Vereins - Tausch ist seit sechs Jahren in Weilheim, Zaglauer seit vier - sind geteilt. „Ich hätte gerne gespielt und hätte, wie immer, Vollgas gegeben. Wir wollen es in den letzten drei Wochen gewiss nicht nur dahinplätschern lassen“, versichert Zaglauer, der gerade mit seiner Bachelor-Arbeit beschäftigt ist. Er bringt jedoch auch ein gewisses Verständnis für den Entschluss des Trainers auf. Ähnlichsieht‘s Tausch: „Die Entscheidung ist teilweise nachvollziehbar. Aber wir beide hätten bestimmt nichts hergeschenkt. Wenn die Heininger aufsteigen wollen, müssen sie gegen Weilheim auch mit uns beiden gewinnen.“

Nachwuchs soll es richten

Ohne die zwei Zuschauer wider Willen wird es umso problematischer, dem Klassenprimus ein Bein zu stellen. Das ist Eisenhardt bewusst: „Ein Punkt wäre schon eine Sensation. Wir werden trotz der schwierigen Personallage alles geben und glauben dran.“ Er wird einigen Nachwuchsspielern eine Chance geben. Offen ist noch, ob Samuel Lopes Silva, der dritte Heininger in spe, mitspielen darf.

Ebenso spannend wie das Aufstiegsduell auf Augenhöhe zwischen Heiningen und Waldstetten ist der Kampf um den Klassenerhalt. FV 09 Nürtingen ist bereits abgestiegen, die SG Bettringen so gut wie. Fünf Vereine kämpfen ums Überleben (Bargau, Frickenhausen, Bad Boll, Echterdingen, Köngen). Einen von ihnen wird‘s noch erwischen, ein zweiter Klub muss in die Relegation. Drei Spieltage vor Schluss befinden sich die restlichen sieben Mannschaften im Niemandsland der Tabelle jenseits von Gut und Böse, darunter der TSV Weilheim.

Eine Wiedergeburt erlebte der TSV Köngen. Bis zur 17. Runde war das Team elfmal Tabellenletzter, hatte nur elf Zähler auf dem Habenkonto. Mit einem 1:0-Sieg gegen TSV Buch begann das Wunder von der Fuchsgrube. In zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage sammelten die Grün-Weißen fleißig Punkte, insgesamt 14. Die Hoffnung auf die Rettung ist zurückgekehrt. Wie das? Der aus Kirchheim stammende Torjäger Max Pradler kennt die Antwort: „Unser Trainer Stefan Hartenstein lässt extrem offensiv spielen. Nach anfänglichen Problemen, als wir zu viele Gegentore kassierten, zahlt sich seine Umstellung auf das 3-5-2-System jetzt aus.“ Auch am Sonntag zu Hause gegen TSG Hofherrnweiler-Unterrombach?

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/tsv-weilheim_artikel,-zwei-torjaeger-als-zuschauer-wider-willen-_arid,216223.html