Der TSV Weilheim bekommt es am Sonntag mit einem aktuell sehr erfolgsverwöhnten ­Gegner zu tun. Bei einer Niederlage werden die Abstiegssorgen größer.

Zweifel an den Realitäten gibt es unter der Limburg keine mehr. Dass der TSV Weilheim urplötzlich mittendrin in einem der womöglich verrücktesten Landesliga-Abstiegskämpfe seit Jahren ist, hat sich herumgesprochen. Gegen die aufstrebende TSG Hofherrnweiler-Unterrombach droht am Sonntag weiteres Ungemach. „Technisch und spielerisch eine der besten Mannschaften der Liga“, urteilte unlängst Manuel Rothweiler, Spielertrainer des FV 09 Nürtingen, über die Kicker aus der Aalener Weststadt.

Stürzen Lennart Zaglauer und seine Mitspieler weiter in den Abstiegsstrudel?Foto: Markus Brändli
Stürzen Lennart Zaglauer und seine Mitspieler weiter in den Abstiegsstrudel?Foto: Markus Brändli

Vier der vergangenen fünf Partien hat die TSG dominiert und gewonnen - kein Wunder, dass Weilheims Fußball-Abteilungsleiter Paul Schrievers vor dem kommenden Heimmatch die Mentalitätsfrage an das Weilheimer Team stellt. „Es werden Kleinigkeiten entscheiden, deshalb ist eine professionelle Einstellung umso wichtiger“, richtet er den Appell an die Mannschaft. „Vor dem Spiel in Ebersbach waren wir Tabellenplatz drei näher als der Abstiegszone“, meint Schrievers, „nun sieht die Sache leider anders aus.“ In Zahlen: Die Weilheimer haben zum aktuellen Relegationsplatz 13 nur noch vier Punkte Vorsprung. Dabei könnte sich die Lage sogar noch verschärfen, falls Calcio Leinfelden-Echterdingen oder der TSV Essingen in der Verbandsliga noch auf einen Abstiegsplatz zurückfallen sollten. Steigt ein Team in die Staffel 2 ab, wird der fünftletzte Tabellenplatz zum Relegationsplatz.

Wie die Angst in der Liga um sich greift, zeigt das Beispiel des TSV Buch. Vorgestern sammelte der Verein zwar einen Zähler, wirkliche Entlastung bringt das aber nicht. Das 1:1 beim TSV Bad Boll wertete Buchs Trainer Harald Haug trotzdem als „extrem wichtig“, zumal die Boller kurz vor Abpfiff noch die Topchance zum 2:1 hatten, ein Bucher jedoch auf der Linie klärte. „Wir müssen selbst auf Tabellenplatz sechs und mit 34 Punkten nach unten schauen“, sagt der Bucher Chefcoach in Hinblick auf das ebenso knappe wie aufregende Rennen um den Ligaverbleib. Dabei könnten gerade sie mehr als der halben Liga am Sonntag etwas Gutes tun und per Heimsieg den FC Germania Bargau stoppen. Die Maximalpunktzahl aus den vergangenen drei Partien der Germania, 13:4 Tore, inklusive einem 5:3 gegen Spitzenreiter FC Heiningen sind Respekt einflößend. „Wir haben gegen die Bargauer bereits in der Vorrunde verloren“, betont Haug, „es wird sicher ein brutal enges Spiel.“

Dabei hat der TSV Buch noch eine komfortable Zähleranzahl im Vergleich zum vorgestrigen Gegner TSV Bad Boll, der mit lediglich 29 Punkten in den kommenden Spieltag geht. Gegner übermorgen: der FC Frickenhausen. Derweil hat sich der TSV Köngen mit dem 2:3 gegen den FC Heiningen am Mittwochabend schon vorzeitig aus dem Rennen um den Ligaerhalt verabschiedet. Zwei Tore des einstigen VfL-Kickers und Weilheimers Andre Kriks waren eine gute Basis für den Tabellenführer. In Unterzahl wurde es noch eng für den FCH. Für die Köngener war per Kopfball sogar das 3:3 in der Nachspielzeit im Bereich des Möglichen. Mit 19 Punkten scheint für den TSVK (am Sonntag gegen Nafi Stuttgart) die Landesliga-Zeit ebenso zu Ende zu gehen, wie für den Tabellenvorletzten SG Bettringen (gegen den TSV Blaustein) und Schlusslicht FV 09 Nürtingen. Der FVN hat am Sonntag einen äußerst undankbaren Job: Der Tabellenzweite TSGV Waldstetten rückt an, und der muss angesichts des Zwei-Punkte-Rückstands auf Spitzenreiter FC Heiningen (morgen gegen TSV Weilimdorf) dringend punkten. Der Nürtinger Abstieg wird wohl in naher Zukunft besiegelt.

Quelle: https://www.teckbote.de/lokalsport/lokalnachrichten-lokalsport_artikel,-schrievers-stellt-die-mentalitaetsfrage-_arid,215261.html