Mit einem 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg beim TSV Bad Boll ist der TSV Weilheim in der Fußball-Landesliga auf die Erfolgsspur zurückgekehrt.  

Nach nur einem Zähler aus den ersten beiden Spielen war es für die Limburgstädter ein enorm wichtiger „Dreier“. Obwohl das Ergebnis den wahren Spielverlauf nicht ganz widerspiegelt. Die Gastgeber waren ein gleichwertiger Gegner, hätten bei besserer Chancenauswertung das Spiel auch durchaus für sich entscheiden können.

Jubel um und mit Ferdi Er: Weilheims „55er“ besorgte das 1:0 per Elfmeter und war Dreh- und Angelpunkt des TSVW-Spiels. Foto: Silviani
Jubel um und mit Ferdi Er: Weilheims „55er“ besorgte das 1:0 per Elfmeter und war Dreh- und Angelpunkt des TSVW-Spiels. Foto: Silviani

In der ersten Halbzeit hatte der amtierende Vizemeister gleich sechs zum Teil hochkarätige Torchancen. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass Bolls Trainer Benjamin Geiger hinterher von einer unglücklichen Niederlage sprach: „Ein Remis wäre das gerechtere Ergebnis gewesen.“

Bei brütender Hitze – die Temperaturen lagen bei Spielbeginn um 17.30 Uhr immer noch bei über 34 Grad – boten beide Mannschaften eine abwechslungsreiche Begegnung mit vielen Strafraumszenen auf beiden Seiten. „Das Spiel hätte genauso gut 6:6 ausgehen können“, befand Geiger.

In der ersten Halbzeit war es vor allem Torwart Ben Brenken zu verdanken, dass die Weilheimer nicht mit einem Rückstand in die Kabinen mussten. Mit glänzenden Paraden brachte der TSVW-Keeper die Boller Stürmer fast zur Verzweiflung. Nach der schnellen 1:0-Führung durch einen verwandelten Handelfmeter von Ferdi Er (8.) hatte Brenken in der Folgezeit großen Anteil daran, dass die Weilheimer Führung Bestand hatte. Daniel Zuljevic (18.) und Pascal Hartmann (20.) scheiterten jeweils frei stehend vor dem Weilheimer Tor am TSVW-Keeper.

Die Limburgstädter hatten in dieser Phase wiederum eine Riesenchance, ihre Führung noch weiter auszubauen. Aber ein Kopfball von Ferdi Er nach einer gut getimten Flanke von Yücel Uluköyli strich nur knapp über die Querlatte (27.). In der Folgezeit waren die Gastgeber weiter vom Schusspech verfolgt. Die beste Chance zum Ausgleich hatte der Boller Eric Llanes Ona, der eigentlich alles richtig machte, als er zwei Gegenspieler aussteigen ließ und auch das Leder am Weilheimer Torwart vorbei legte. Doch auf der Torlinie klärte Christoph Bauer in höchster Not (36.), danach hatten auch Daniel Zuljevic (41.) und der ehemalige Weilheimer Salvatore de Rosa (43.) kein Glück, als beide nur um Zentimeter das Weilheimer Tor verfehlten.

Nach nicht einmal fünf Minuten im zweiten Spielabschnitt sah der Boller Abwehrspieler Robin Jaksche wegen eines Foulspiels die Gelb-Rote Karte, die Gelbe Karte hatte er zuvor wegen des Handelfmeters gesehen. Diese numerische Überlegenheit hätten die Limburgstädter kurz darauf fast ausgenützt, denn Mike Tausch scheiterte am Boller Torwart Marc Scherrenbacher (56.), und auch Tobias Heim, dessen abgefälschter Schuss der Boller Keeper ebenfalls glänzend parierte (58.), hatte kein Glück.

Die Gastgeber gaben trotz Unterzahl nie auf und hatten durch Eric Llanes Ona, der nur den Innenpfosten traf (63.), und Pascal Hartmann (scheiterte am TSVW-Torwart/70.) zwei weitere gute Torchancen.

Nur wenige Minuten später sorgte der Weilheimer Mike Tausch mit einem sehenswerten Sololauf über fast das halbe Spielfeld mit dem 2:0 (74.) für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte Yücel Uluköyli mit dem 3:0 (80.). Für den Weilheimer Trainer Christopher Eisenhardt war es am Ende ein verdienter Sieg seiner Mannschaft: „Wir haben nach dem Platzverweis richtig reagiert“, lobte er sein Team.

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Dreier-beim-Vize-_arid,98011.html


Hartes Stück Arbeit mit zwei strittigen Szenen // Klaus Schlütter

Weilheimer Jubelchöre im Boller Erlengarten. Nach dem 3:0 bildeten Spieler und Betreuer einen Kreis und sangen aus voller Kehle „Derbysieger, Derbysieger“.

Ein schallender Seufzer der Erleichterung. Endlich der erste Sieg im dritten Spiel. Endlich der ersehnte Befreiungsschlag nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen, die man eigentlich gewinnen wollte. „Ganz, ganz wichtig. Und vollkommen verdient“, folgerte Trainer Chris Eisenhardt.

Das 3:0 lässt einen glatten, ungefährdeten Sieg vermuten. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, bis er in der Endphase gegen zehn Boller endlich unter Dach und Fach gebracht war. „Bei unseren vielen Chancen hätten wir den Sack viel früher zumachen müssen“, bemängelte Günther Friess, der Sportliche Leiter. Ähnlich war es schon nach überlegen geführten ersten Halbzeiten gegen Bettringen und Echterdingen.

Bis zur Vorentscheidung führte der TSVW nur durch einen frühen Strafstoß, dessen Berechtigung heftig umstritten war. Robin Jaksche hatte den Ball an den nicht angelegten linken Arm bekommen und dafür auch noch Gelb kassiert. „Das war kein Elfmeter“, ereiferte sich Bolls Trainer Benjamin Geiger, „und deshalb keine Gelbe Karte. Ohne sie hätte es dann auch keinen Platzverweis gegeben.“ Ganz anders Eisenhardt: „Ein klarer Elfer. Und Hand im Strafraum ist nun mal Gelb.“ Die Entscheidung der resoluten Schiedsrichterin Silke Adelsberger (Abtsgmünd) ließ keinen Zweifel daran, wer bei dieser Diskussion das Recht auf seiner Seite hatte.

Hitzig ging‘s weiter. Die Weilheimer auf der Ersatzbank schützten sich mit nassen Handtüchern über dem Kopf gegen die pralle Sonne. Optisch wie Beduinen verfolgten sie den offenen Schlagabtausch unter Saunabedingungen. Sie sahen hüben wie drüben Torchancen am laufenden Band. Die Boller trafen einmal den Pfosten. Viermal scheiterten sie frei stehend am überragenden TSV-Torwart Ben Brenken, der seinen Fehler vom letzten Spiel mehrfach gut machte – beim 1:2 in Echterdingen hatte der neue Schlussmann aus Böblingen einen harmlosen Ball durch die Finger gleiten lassen, was Weilheim einen Punkt kostete. Auf der anderen Seite stand Marc Scherrenbacher seinen Kollegen in nichts nach. Zwei Torhüter, die zu den besten der Liga zu zählen sind.

Neben Brenken taten sich auf Weilheimer Seite zwei Spieler besonders hervor: der 35-jährige „Allüberall“ Ferdi Er und der fast halb so alte Abwehrspieler Can Kanarya (19). „Ihn hatten die Boller vorher als Schwachpunkt ausgemacht“, schmunzelte Eisenhardt. Der erblondete Rechtsverteidiger krönte seine starke Leistung mit der Vorarbeit zum dritten Tor. Ganz wichtig, denn gute Abwehrspieler sind gefragt in diesen Tagen. Zumal Innenverteidiger Martin Kirschmann wegen eines verschleppten grippalen Infekts auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Der nächste Gegner kann aus dem Vollen schöpfen. Beim 5:1 gegen Weilheim-Bezwinger TV Echterdingen spielte der FC Heiningen mit acht Neuen in der Anfangself. Mann des Spiels war Benjamin Kern. Als Dreh- und Angelpunkt erzielte der ehemalige Duisburger Profi ein Tor und bereitete zwei Treffer vor. Auf ihn wird der TSVW übermorgen ein besonderes Augenmerk richten müssen.

Für die Überraschung des dritten Spieltags sorgte der FV 09 Nürtingen mit seinem Unentschieden in Ebersbach. Für die Hausherren, bei denen bereits nach einer halben Stunde beide Stürmer Caglar Celikitas und Jannik Froschauer verletzt ausschieden, war das 2:2 noch glücklich. Der frühere Kirchheimer Marcel Helber, der vom TV Echterdingen kam, brachte die 09er in der 79. Minute in Führung. Als Ebersbachs Serdar Kurt kurz danach mit Gelb-Rot vom Platz musste, schien die Partie gelaufen. Doch zwei Minuten vor Schluss rettete Florian Ujapaj mit seinem Ausgleichstor wenigstens einen Punkt. Mit einer großen Energieleistung verwandelte der TSV Köngen nach der Pause einen 0:2-Rückstand gegen Hofherrnweiler durch Tore von Sven Römer, Manuel Eitel und Niko Waxmann in einen Sieg, wie Weilheim den ersten in der neuen Saison.

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Hartes-Stueck-Arbeit-mit-zwei-strittigen-Szenen-_arid,98010.html