Landesliga-Absteiger TSV Weilheim verblüfft von Woche zu Woche immer mehr. Das 4:1 in Neckartailfingen sorgte für das zehnte Spiel in Serie ohne Niederlage. „Es läuft“, stellt der Sportliche Leiter Armin Sigler fest - ein Satz, aus dem auch Genugtuung spricht. Nach missratenem Auftakt sahen Unkenrufer den TSVW schon vor dem freien Fall in die Kreisliga A. Für das neu erwachte Selbstbewusstsein spricht, dass die Weilheimer gestern einen 0:1-Rückstand scheinbar locker wegsteckten. Simon Kottmann sorgte mit dem 1:1 nach einer halben Stunde für die Wende. Nach der Pause spielte sich das Team von Benjamin Geiger in einen Rausch.

Weilheim sortiert Kara aus. Ebenfalls um einen Sünder ging es diese Woche beim TSV Weilheim. Der Spieler Batunhan Kara war, wie berichtet, gegen die SGEH aus der Rolle gefallen. Er hatte einen Linienrichter im Streit um einen Einwurf per „Kopfnuss“ zu Boden gestreckt. Eine unentschuldbare Aktion, meinten die zuständigen Gremien im Verein und entschieden einstimmig, den 19-Jährigen vom TSV auszuschließen.

Der 4:0-Derbysieg des TSV Weilheim gegen die SGEH wird überschattet von der Roten Karte für Weilheims Batunhan Kara, der nach einer Kopfnuss vom Platz gestellt wird.

Viel los im Derby - nicht nur in dieser Szene kochten zwischen dem TSV Weilheim und der SGEH die Emotionen hoch. Foto: Markus Brändli
Viel los im Derby - nicht nur in dieser Szene kochten zwischen dem TSV Weilheim und der SGEH die Emotionen hoch. Foto: Markus Brändli

Dramatik servierte unterdessen der TSV Weilheim seinen Anhängern im Lindachstadion. Mit 2:0 durch Tore von Fabio Brandner und Salih Egrlic führten die zuletzt so fleißigen Punktesammler bereits gegen den FV Plochingen. Zehn Minuten vor Spielende glich der FVP jedoch innerhalb von 120 Sekunden aus. Dann geschah das, was die Gäste in Rage versetzte:

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13 - 12 - 11 - 11 - 9 - 5: Die Tabellenplätze in den vergangenen sechs Wochen unterstreichen den Aufwärtstrend des TSV Weilheim. Nach sieben Spielen ohne Niederlage steht die Geiger-Elf auch nach Toren erstmals im Plus. „Eine logische Entwicklung“, meint Abteilungsleiter Paul Schrievers. „Die Trainer geben sich Mühe, die Jungs geben Gas, alle machen ruhig weiter.“ Ausnahme: Marvin Heth, der nach seinem Platzverweis in Neuhausen eine zweiwöchige Zwangspause einlegen muss. Den Abstand nach hinten weiter zu vergrößern ist das Ziel des TSVW. „In der Rückrunde wollen wir dann schauen, ob nach oben noch was geht. Aber wir machen uns deshalb keinen Druck.“

Während unterm Reußenstein sechs Treffer fielen, ließen es die Kicker des TSV Weilheim unspektakulärer, aber sehr erfolgreich krachen. Gegen Aufsteiger SPV 05 Nürtingen gelang ein 1:0-Sieg. Damit blieben die Weilheimer im sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage. Die erste Halbzeit gestalteten beide Teams ausgeglichen, wenn auch mit nur wenig Strafraumszenen.

Kurioses liefert der Fußball immer mal wieder. Dass Bezirksligist TSV Weilheim in der vergangenen Woche mit der Nullnummer den VfL Kirchheim von der Tabellenspitze stürzte, bedeutet nur Teil eins der Story. Das zweite Kapitel schrieben die Weilheimer gestern per 3:2-Überraschung in Deizisau. Dieser zweite Sturz eines Spitzenreiters binnen sieben Tagen führte dazu, dass nun ausgerechnet der VfL Kirchheim wieder oben steht.

Der TSV Weilheim und der VfL Kirchheim trennen sich im Derby mit einem torlosen Remis. Der TV Neidlingen baut mit einem 2:1 gegen Donzdorf seine Serie aus.

Ein blauer Schlüssel ist das Wappensymbol der alten Zähringer-Stadt Weilheim. Aber einen Schlüssel zum Tor fanden weder die einheimischen TSV-Kicker noch die „Blauen“ vom VfL Kirchheim. Im mit Spannung erwarteten Bezirksliga-Derby trennten sich der Landesliga-Absteiger und der bisherige Tabellenführer unspektakulär torlos unentschieden.

Viel Kampf, keine Tore: Im Weilheimer Lindachstadion fehlte nach dem Derby das Wichtigste in einem Fußballspiel.Fotos: Genio Silviani
Viel Kampf, keine Tore: Im Weilheimer Lindachstadion fehlte nach dem Derby das Wichtigste in einem Fußballspiel.Fotos: Genio Silviani

TSV Weilheim - VfL Kirchheim -> IRISTA Galerie

Das Prestigeduell zwischen dem TSV Weilheim und Tabellenführer VfL Kirchheim steht am Sonntag im Mittelpunkt des Interesses.

Landesliga-Absteiger TSV Weilheim gegen Bezirksliga-Spitzenreiter VfL Kirchheim - am Sonntag ab 15 Uhr das Prestigeduell der Teckregion schlechthin. Aber ein Derby erstaunlicherweise ohne Tradition. Denn bisher standen sich Rot und Blau erst zwei Mal in derselben Liga im Kampf um die Punkte gegenüber. Das war in der Landesligasaison 2013/14. Damals gewannen beide ihr Heimspiel mit 1:0 beziehungsweise 3:1. Am Ende belegte Weilheim unter Trainer Alex Hübbe mit 56 Punkten den dritten Tabellenplatz. Der VfL stürzte mit nur 25 Zählern als Vorletzter in die Bezirksliga ab, ein Jahr später gar in die Kreisliga.

Michel Forzano (links) oder Benny Geiger: Welcher Trainer hat mit seinem Team am Sonntag die Nase vorn?Fotos: Markus Brändli
Michel Forzano (links) oder Benny Geiger: Welcher Trainer hat mit seinem Team am Sonntag die Nase vorn?Fotos: Markus Brändli

Das Match in Rechberghausen schien für den TSV Weilheim das wohl bislang wichtigste Spiel in dieser Runde.

Die Auswärtspartie beim Tabellenletzten FC Rechberghausen sollte zur Absetzbewegung aus dem tiefsten Ligakeller führen.
Und die Limburgstädter ließen mit einem deutlichen 6:0 Taten folgen. Weilheims Trainer Benjamin Geiger fühlte sich bestätigt. Seit unter anderem Toni Carfagna nach längerer Verletzungspause wieder mitmischt, ist die Weilheimer Offensive deutlich gefährlicher, und die eigene Defensive hat somit auch weniger Kniffliges zu erledigen.

Nach gutem Start unserer Elf hatte man einmal Glück, denn der 1.FC Rechberghausen konnte beim Stand von 0:0 eine gute Chance nicht verwandeln.

TSVW entscheidet ereignisloses Derby für sich. Beim VfL platzt indes der Knoten: Die „Blauen“ deklassieren Spitzenreiter Eislingen mit 7:0.

Wenig Raum zur Entfaltung

Dass das Lindach-Derby zwischen dem TV Neidlingen und dem TSV Weilheim hingegen mit elf gegen elf zu Ende ging, erstaunte nicht nur TSVW-Fußballchef Paul Schrievers. Denn speziell in der zweiten Halbzeit häuften sich die gelben Karten: Sechs für die Platzherren, vier für die Gäste. Dabei war die Partie nicht übertrieben hart, aber der Schiri hatte ein ausgesprochen lockeres Händchen. Ansonsten zog Schrievers ein positives Fazit vom Spiel seiner Jungs: „Der zweite Sieg, zum ersten Mal ohne Gegentor und der erste Schritt in Richtung Mittelfeld.“ Trainer Benny Geiger hob die konzentrierte Abwehrleistung hervor: „Es war ein Abnützungskampf. Wir haben gut dagegen gehalten und nichts zugelassen.“ Die Fortsetzung soll nun am Sonntag gegen Donzdorf folgen.

Einen Schritt voraus: Die Weilheimer um Marc Djorovic (vorne) behalten beim Derby in Neidlingen die Oberhand und gewinnen knapp mit 1:0. Foto: Markus Brändli
Einen Schritt voraus: Die Weilheimer um Marc Djorovic (vorne) behalten beim Derby in Neidlingen die Oberhand und gewinnen knapp mit 1:0. Foto: Markus Brändli