Beim Blitzturnier des TSV Jesingen hat der TSV Bad Boll hauchdünn die Nase vorn.</pDer TSV Bad Boll hat das Fußball-Blitzturnier in Jesingen gewonnen. Im letzten Spiel gegen den TV Neidlingen reichte dem Landesligisten ein Unentschieden zum Turniersieg. Für den Boller Trainer Manuel Doll war der Erfolg keine Selbstverständlichleit „Wir hatten in den letzten zwei Wochen viele harte Trainingseinheiten und am Freitag das schwere Testspiel gegen Heiningen.“

er TSV Weilheim wurde in Jesingen Zweiter. Foto: Silviani
er TSV Weilheim wurde in Jesingen Zweiter. Foto: Silviani

Während die Weilheimer mit dem Abstieg in die Bezirksliga hadern, herrscht in Köngen Partystimmung.

Eine Viertelstunde vor Schluss humpelte Konstantinos Korbiakis vom Platz, gestützt von zwei Betreuern - eine späte Szene mit Symbolcharakter. Denn eigentlich war der TSV Weilheim im Relegationsspiel zur Fußballlandesliga gegen den TSV Köngen nahezu über die gesamte Spielzeit schwer am Stock gegangen.

„Die klare und verdiente Niederlage macht mich traurig“: Weilheims Trainer Benjamin Geiger war nach dem Spiel bedient. Foto: Brändli
„Die klare und verdiente Niederlage macht mich traurig“: Weilheims Trainer Benjamin Geiger war nach dem Spiel bedient. Foto: Brändli

Der TSVW steigt nach einem 1:5 im Relegationsfinale gegen den TSV Köngen in die Bezirksliga ab. Das Spiel in Jesingen verfolgen 2 300 Zuschauer

Die neunjährige Landesliga-Geschichte der Weilheimer Fußballer ist seit gestern Nachmittag um 17 Uhr vorerst zu Ende. Mit einem überraschend deutlichen 5:1 (4:1)schoss der TSV Köngen die Roten in den Jesinger Lehenäckern zurück in die Bezirksliga, aus der die Weilheimer 2010 aufgestiegen waren - ebenfalls via Relegation.

Dogukan Dogan (Mitte) und Salih Egrlic können‘s nicht fassen: Der TSV Weilheim hatte gegen die abgezockten Köngener um Michael Schweizer (sitzend) keine Chance. Foto: Markus Brändli
Dogukan Dogan (Mitte) und Salih Egrlic können‘s nicht fassen: Der TSV Weilheim hatte gegen die abgezockten Köngener um Michael Schweizer (sitzend) keine Chance. Foto: Markus Brändli

Der TSV Weilheim und der TSV Köngen kämpfen morgen in den Jesinger Lehenäckern vor vermutlich großer Kulisse im Relegationsfinale um den letzten freien Platz in der Landesliga.

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten“ - es gibt kaum einen passenderen Satz für die Lage des TSV Weilheim vor dem morgigen Relegationsfinale gegen Bezirksliga-Vizemeister TSV Köngen (15 Uhr) in Jesingen als jenen des italienischen Philosophen Thomas von Aquin. Das Wunder trat ohne eigenes Zutun bereits ein, durch den Nafi-Rückzug und die daraus resultierende Chance auf den Landesliga-Verbleib.

Die Anspannung vor dem Entscheidungsspiel spürte TSVW-Coach Benny Geiger (rechts) bereits unter der Woche im Training. Foto: Carsten Riedl
Die Anspannung vor dem Entscheidungsspiel spürte TSVW-Coach Benny Geiger (rechts) bereits unter der Woche im Training. Foto: Carsten Riedl

Nach dem Triumph des TSV Köngen muss der TSV Weilheim am Sonntag in Jesingen im Kampf um den Landesliga-Verbleib gegen einen Lokalrivalen ran.

Relegationswahnsinn in Reinkultur: Wegen solch hochdramatischen Partien wie gestern zwischen dem TSV Köngen und der SG Bettringen sind die Entscheidungskämpfe um Auf- oder Abstieg aus den Saison-Terminkalendern nicht mehr wegzudenken.

Der gestrige Köngener 8:7-Triumph nach Elfmeterschießen bringt Auswirkungen für gleich zwei Teckvereine mit sich. Der TSV Weilheim bekommt es im Showdown ums letzte Landesligaticket kommenden Sonntag mit einem Gegner aus der Nachbarschaft zu tun, die Jesinger Fußball-Abteilung als Organisatoren des Endspiels mit einem womöglich noch nie da gewesenen Zuschauerandrang in den Lehenäckern.

Der abgestiegene TSV Weilheim bekommt unverhofft die Chance auf den Landesligaverbleib. Das entscheidende Spiel steigt am 23. Juni in Jesingen.

Dem TSV Weilheim winkt unverhofft die zehnte Spielzeit in der Fußball-Landesliga. Da Nafi Stuttgart kein Team für kommende Saison gemeldet hat und so als erster Absteiger der abgelaufenen Runde feststeht, rücken die eigentlich abgestiegenen TSVW-Kicker auf den Relegationsplatz. Am Sonntag kommender Woche (23. Juni, ab 15 Uhr) kann das Team um Trainer Benjamin Geiger doch noch das rettende Landesliga-Ufer erreichen. Gegner in Jesingen wird der Sieger des Bezirksliga-Vize-Duells TSV Köngen gegen SG Bettringen sein, das am kommenden Sonntag in Nellingen steigt.

Die Ansage ist klar: Benjamin Geiger und die Weilheimer haben den Klassenerhalt in der Landesliga wieder in eigener Hand. Foto: Markus Brändli
Die Ansage ist klar: Benjamin Geiger und die Weilheimer haben den Klassenerhalt in der Landesliga wieder in eigener Hand. Foto: Markus Brändli

Nach dem Abstieg aus der Landesliga gibt es viele ungeklärte Fragen unter der Limburg.

Sein Name: Nico Ruggiero. Seine Tat: Erster Landesliga-Torschütze in der Vereinsgeschichte des TSV Weilheim am 12. September 2010 im Heimspiel gegen den FC Donzdorf. Endstand der Partie damals 1:2. Sein Name: Salih Egrlic. Seine Tat: Vorerst letzter Landesliga-Torschütze des TSV Weilheim vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Oberensingen. Endstand der Partie: ebenfalls 1:2.

„Wir müssen die positive Tendenz der vergangenen Monate mit in die Bezirksliga nehmen“: Weilheims Coach Benjamin Geiger. Foto: Markus Brändli
„Wir müssen die positive Tendenz der vergangenen Monate mit in die Bezirksliga nehmen“: Weilheims Coach Benjamin Geiger. Foto: Markus Brändli

Trotz des 5:4-Auswärtserfolgs bei Nafi Stuttgart muss der TSVW runter in die Bezirksliga.

Jetzt ist es amtlich: Nach neun Jahren in der Fußball-Landesliga muss der TSV Weilheim den bitteren Weg in die Fußball-Bezirksliga antreten. Auch der 5:4 (1:0)-Erfolg bei Nafi Stuttgart ändert daran nichts mehr, weil zeitgleich der TSV Bad Boll sein Heimspiel gegen den FC Germania Bargau gewann und damit von den Limburgstädtern nicht mehr einzuholen ist. In der Theorie könnten die Weilheimer nun zwar noch punktemäßig mit Echterdingen (Relegationsplatz) gleichziehen, allerdings wäre auch dieses Szenario wenig erfolgsversprechend, da der TVE ein um 16 Treffer besseres Torverhältnis gegenüber dem TSVW hat.

Der Weilheimer Abstieg in die Bezirksliga könnte morgen Abend endgültig besiegelt sein. Drei Neuzugänge stehen bereits fest.

Rein theoretisch könnte der TSV Weilheim an den letzten beiden Spieltagen den fast besiegelten Abstieg aus der Fußball-Landesliga noch verhindern. Doch wer diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung zieht, gerät in den Verdacht, auch noch an den Klapperstorch zu glauben. Fußballchef Paul Schrievers ist Realist genug, um zu der Erkenntnis zu kommen: „Es wird wohl nicht mehr reichen.“

Nach nur einem Jahr verlässt Stürmer Matteo Stefania die Weilheimer in Richtung TSV Oberensingen. Foto: Markus Brändli
Nach nur einem Jahr verlässt Stürmer Matteo Stefania die Weilheimer in Richtung TSV Oberensingen. Foto: Markus Brändli

„Teamspirit ist mehr wert als Qualität“

Weilheims Trainer Benjamin Geiger glaubt nicht mehr an den Klassenerhalt.

Fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz bei noch zwei ausstehenden Spielen - wie groß ist Ihre Hoffnung auf das Wunder von Weilheim?

Ich glaube nicht, dass wir die Klasse noch halten, aber dass wir in der Lage sind, die beiden letzten Spiele gegen Nafi und Oberensingen zu gewinnen. Bad Boll braucht nur noch einen Punkt, das lassen die sich nicht mehr nehmen. Wir wollen uns aber mit möglichst vielen Punkten aus der Liga verabschieden.

"Ich habe zu lange an einzelnen Spielern festgehalten": Benjamin Geiger zieht Lehren aus der Saison. Foto: Markus Brändli

Der TSV Weilheim unterliegt dem SV Bonlanden zuhause auf Kunstrasen mit 1:3 und vergibt damit die wohl letzte Chance auf den Klassenerhalt.

Nach der 1:3-Heimniederlage am gestrigen Sonntag gegen den SV Bonlanden sind die Chancen für den TSV Weilheim im Abstiegskampf in der Fußball-Landesliga praktisch auf Null gesunken. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt bei noch zwei ausstehenden Spielen nun bereits fünf Zähler. „Selbst wenn wir die letzten beiden Spiele gewinnen sollten, wird es wohl nicht mehr reichen“, muss Weilheims Trainer Benjamin Geiger einräumen. Sein Bonlandener Trainerkollege Klaus Kämmerer war schon vor der Partie stinksauer: „Das ist skandalös, dass wir bei solch einem Wetter auf dem Kunstrasen spielen müssen.“ Der Grund: Die Weilheimer, die erneut auf einige Stammkräfte verzichten mussten, rechneten sich auf dem kleineren Spielfeld mit kürzeren Laufwegen mehr Erfolgschancen aus.

Weilheims Can Yilmaz lässt hier gleich zwei Gegenspieler aussteigen. Der SV Bonlanden war unter der Limburg gestern meist trotzdem Herr der Lage.Foto: Marcel Heckel
Weilheims Can Yilmaz lässt hier gleich zwei Gegenspieler aussteigen. Der SV Bonlanden war unter der Limburg gestern meist trotzdem Herr der Lage.Foto: Marcel Heckel