Das gab‘s noch nie in der Teckbotenpokal-Historie: ein Vereinsduell im Finale. Die erste Mannschaft des TSV Weilheim besiegte die zweite mit 2:0 (1:0).

Nach dem 16. Sieg einer Weilheimer Mannschaft in diesem traditionellen Wettbewerb tanzte die in rot gekleidete Landesliga-Truppe im Kreis und skandierte „Tecki-Sieger, Tecki-Sieger“. Das war noch der emotionalste Moment auf dem Platz, um den es 60 Minuten zuvor ungewohnt ruhig geblieben war. Die für viele unattraktive Paarung war ein Stimmungskiller und kostete womöglich außerdem ein paar hundert Besucher. „Für die Zuschauer war das nichts Besonderes“, musste selbst Weilheims Spielleiter Günther Friess zugeben.

Rot-weißes Feierbild: Der TSV Weilheim I und II lieferten den knapp 1000 Zuschauern zwar kein hochklassiges Finale, dafür aber eines mit Seltenheitswert.
Rot-weißes Feierbild: Der TSV Weilheim I und II lieferten den knapp 1000 Zuschauern zwar kein hochklassiges Finale, dafür aber eines mit Seltenheitswert.

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In einem hart umkämpften Spiel, das bis zur letzten Spielminute spannend war, hatten die Limburgstädter das glücklichere Ende für sich. Mit dem ersten gelungenen Angriff gelang dem Kreisliga A-Aufsteiger durch Darius Richter die Führung (16.). Danach hatte erneut Richter die Chance auf sein zweites Tor, scheiterte aber an SG-Torwart Michael Siller (21.). Bis zur 40. Minute mussten die Zuschauer auf die erste Torchance der Spielgemeinschaft warten. Michael Bezler scheiterte jedoch in aussichtsreicher Position an Weilheims Torwart Raphael Maskow (40.). Nur wenige Minuten später hatte auch Matthias Fink eine gute Möglichkeit, doch sein Flachschuss ging um Zentimeter am Pfosten vorbei (42.). Für beide Trainer haben am Ende Kleinigkeiten über den Sieg entschieden und der Weilheimer Coach Martin Geister lobte vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit seiner Truppe: „Das war der Schlüssel zum Erfolg.“ Sein Trainerkollege Jürgen Fritsch war trotz der Niederlage mächtig stolz auf seine Jungs: „Das wieder einmal mehr ein tolles Spiel von uns bei diesem Turnier. Wir haben mehr erreicht, als wir erwarten konnten“  


Der TSV Weilheim I komplettierte das vereinsinterne Finale durch einen glücklichen Sieg über den Überraschungs-Halbfinalisten AC Catania Kirchheim. Wie schon in der Vorrunde gegen den ACC und im Achtelfinale gegen den SV Nabern tat sich der Landesligist aber schwer gegen den klassenniedrigeren und tief stehenden Gegner. Und einmal mehr benötigten die Weilheimer auch die Hilfe des gegnerischen Goalies, um zum Erfolg zu kommen. Über weite Strecken der Partie gelang es den Kirchheimern das Spiel offen zu halten. Weilheimer Chancen durch André Kriks (8.) und Domenic Brück (20.) standen Catania-Möglichkeiten durch Benjamin Sigel (17.) und Daniele Attorre (22.) gegenüber. Nach dem Seitenwechsel verlor die ohnehin nicht sonderlich ereignisreiche Partie weiter an Niveau – bis zur 52. Minute. Catania-Torspieler Furkan Aydemir ging sechs Meter vor seinem Gehäuse nicht entschlossen genug zum Ball und wurde von Timo Mader überlistet, der aus dieser Distanz abzog. Der Ball prallte schließlich von Aydemir ab und trudelte zum Entsetzen der ACC-Bank und der Fans ins Tor – das Finale Weilheim gegen Weilheim war perfekt und schreibt Teckbotenpokal-Geschichte.



 

Im letzten Viertelfinalspiel ließ der Landesligist ordentlich die Muskeln spielen und kegelte den wacker kämpfenden Titelverteidiger aus dem Turnier. Vielleicht lag es daran, dass die Jesinger gegen den TSVW bei Weitem nicht so tief stehend begannen wie es der SV Nabern im Achtelfinale. Dadurch ergaben sich vor allem im Mittelfeld Räume für die Limburgstädter, die diese gnadenlos ausnutzten. Bereits zur Halbzeit lag das Team von Coach Chris Eisenhardt 3:0 in Front. Nach der Pause erhöhten die Weilheimer schnell auf 4:0, ehe dem TSVJ in Person von Dennis Regalo Gomes der Ehrentreffer gelang. Am Ende landete der Landesligist einen hochverdienten Sieg, ohne auch nur annähernd an die eigenen Grenzen gehen zu müssen. Tore: 1:0 Felix Hummel (7.), 2:0 Marvin Heth (11.), 3:0, 4:0 André Kriks (30., 34.), 4:1 Dennis Regalo Gomes (41.), 5:1, 6:1 Hummel (46./Foulelfmeter, 55.)



 

„Irgendwann lassen die Kräfte einfach mal nach“, analysierte Dettingens Trainer Heiko Blumauer das Viertelfinal-Aus seiner Mannschaft – die SFD hatten zwischen der Vorrundenpartie am Freitag und dem Achtelfinale am Samstag keine elf Stunden Pause, gefolgt vom Viertelfinale. Dennoch musste Blumauer den Erfolg des Gegners neidlos anerkennen: „Das war taktisch eine tolle Leistung der Weilheimer.“ Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit wenigen Torraumszenen gingen im zweiten Spielabschnitt die Limburgstädter durch einen direkt verwandelten Freistoß des erst kurz zuvor eingewechselten Darius Richter in Führung. In der Schlussphase versuchten die Dettinger noch einmal alles, aber außer einem flachen Distanzschuss von Maximilian Freiberger, den der Weilheimer Keeper Raphael Maskow glänzend parierte (52.), gab es keine Chance mehr. Tore: 0:1 Darius Richter (44.), 0:2 Christian Jäschke (55.). Gelb-Rote Karte: Markus Klein (53./SFD) wegen wiederholtem Foulspiel.