Paradiesische Zustände im Jugendfußball: Die Teckregion ist gleich in vierfacher Anzahl in den württembergischen Verbandsstaffeln vertreten. 

Wenn am Wochenende der VfL Kirchheim und der TSV Weilheim in der Verbandsstaffel Nord der A- und B-Junioren ans Werk gehen, sind sie nicht nur Lokalrivalen, sondern sorgen auch für einen ganz besonderen Glanz: Die Teckregion befindet sich bei den ältesten Jugend-Altersgruppen in erstaunlicher Höhenlage.

Besonders beim in den vergangenen Jahren gebeutelten VfL soll die Zeitenwende, eingeleitet durch die Bezirksliga-Rückkehr der Aktiven, tunlichst durch den Juniorenbereich gestützt werden – und dies möglichst nachhaltig. Da kommt der jüngste Nichtabstieg der A-Junioren, gepaart mit dem Aufstieg der B-Junioren, als Motivationsschub gerade recht.

Die Entwicklung unter der Teck ist nichtsdestotrotz ein kleines Wunder. Nach dem brutalen Sturz der VfL-Aktivenmannschaft mit den bekannten Ausmaßen, stand auch die Jugendarbeit zeitweise auf extrem wackligen Füßen. „Wir brauchen deshalb generell diesen Unterbau und setzen große Hoffnungen darauf, dass wir in den kommenden Jahren von diesem positiven Trend weiter profitieren“, betont Abteilungsleiter Oliver Klingler. Der nun doppelte Verbandsstaffel-Auftritt der Kirchheimer lässt die Hoffnung beim Ex-Regionalligisten jedenfalls gedeihen. „Wenn ich sehe, wie sich die jungen Spieler bei uns reinhängen, bin ich sehr zuversichtlich“, zeigt sich Klingler optimistisch. „Wenn wir dann drei bis vier Spieler pro Saison für unsere erste Mannschaft bekommen, ist das die ganze Arbeit wert.“ Falls sie nicht vorzeitig abwandern, wie jüngst Marc Djorovic, der beim Oberligisten SV Göppingen bereits zu Einsätzen kam.

Die vergangene Runde schloss die VfL-U 19 als Tabellenneunter ab, kämpfte davor lange Zeit gegen den Abstieg. „Auch deshalb, weil wir wegen Personalnot immer wieder Akteure an die damalige Kreisliga-A-Mannschaft ausleihen mussten“, erinnert sich Oliver Klingler. Mit dem Aufstieg der B-Junioren auf Verbandsebene, sie setzten sich in der Qualifikation gegen die SpVgg Feuerbach durch, haben die Kirchheimer A-Junioren nun zudem auch im Jugendbereich einen konkurrenzfähigen Unterbau.

Beim Konkurrenten TSV Weilheim ist Landesligateam-Trainer Christopher Eisenhardt rundum glücklich über die neue Situation im Jugendbereich. „Bereits in den vergangenen Jahren sind in Weilheim rund zehn Spieler von der Jugend in den Landesligakader gestoßen“, betont der 32-Jährige. „Selbstverständlich sehen wir für unseren Verein mit nun zwei Verbandsstaffelteams eine noch größere Chance, dass sich unsere Spieler in diesen hohen Jugendklassen noch besser entwickeln.“

Das aktuelle Weilheimer Hoch (A-Junioren aufgestiegen, B-Junioren Vorsaisonsdritter in der Verbandsstaffel) ist zweifellos das Resultat eines seit fast zehn Jahren anhaltenden, kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. „Über die Jahre haben Leute wie Uwe Heth, Uwe Fechter und Thomas Gundelsweiler unser Nachwuchskonzept hervorragend umgesetzt und weiterentwickelt“, betont Günther Friess, Sportlicher Leiter beim TSVW und einer der Architekten des Aufschwungs.

Dass das Konzept langfristig vitalisierend für den Landesligakader wirken muss, steht für den Funktionär außer Frage. „Auch in dieser gerade begonnenen Saison haben wir wieder fünf A-Junioren der vergangenen Runde in den aktuellen Kader aufgenommen“, erläutert Friess. Allerdings geht es den Limburgstädtern ähnlich wie jenen aus der Teckstadt. „Wir können nicht alle Talente halten“, gibt Friess offen zu, das Beispiel des überragenden Torjägers der vergangenen Saison, Bleron Visoka, beweist es. Der 32-fache Torschütze der vergangenen B-Junioren-Verbandsstaffelsaison wechselte zum U 19-Oberligisten SSV Ulm. „Wir müssen damit leben, das uns sehr talentierte Spieler verlassen“, betont der Sportliche Leiter.

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Die-Hochburg-im-Jugendfussball-_arid,98445.html