TSV Weilheim ist im Landesligaheimspiel gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach unter Zugzwang.

Es gibt im Fußballerleben Erquicklicheres, als auf einen Konkurrenten angewiesen zu sein. Just in dieser problematischen Ausgangslage stecken aktuell die Weilheimer Landesliga-Fußballer im Kampf um den zweiten Tabellenplatz, der bekanntlich gleichbedeutend mit der Eintrittskarte in die Verbandsliga-Relegation ist

Am Mittwochabend bekamen die Weilheimer eine weitere Kostprobe serviert, wie mental anstrengend die aktuelle Lage ist. Vizemeisterschaftskonkurrent FC Heiningen tat den Limburgstädtern nämlich den Gefallen eines Aussetzers nicht, besiegte im vorgezogenen Match des 26. Spieltages den wieder verstärkt abstiegsgefährdeten TSV Köngen vor 120 Zuschauern mit 4:0.

Wobei dem Egger-Team das Glück einmal massiv hold war. Mitte der ersten Halbzeit verweigerte Schiedsrichterin Jessica Mast (Mietingen) den Köngenern beim Stande von 0:2 einen Foulelfmeter. Nach einem Abpraller hatte Heiningens Keeper und Ex-Köngener Felix Lache TSVK-Offensiv-Akteur Sven Römer derart auffallend ans Schussbein gegriffen, dass der Ball statt ins weit übers Tor flog. „Glück für uns, dass die Unparteiische in dieser Situation nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte“, sagte Heiningens Pressewart Timo Rees fair zur heiklen Situation.

„Mit diesem Sieg mussten wir rechnen“, lautete die erste Reaktion des Weilheimer Trainers auf den deutlichen FCH-Heimtriumph. „Für uns ist unabhängig von diesem Resultat sowieso klar, dass wir nur noch eine realistische Chance auf Platz zwei haben, wenn wir alle restlichen fünf Spiele gewinnen“, betont Christopher Eisenhardt.

Heininger doppelt im Vorteil

Gar nicht gelegen kommt dem TSVW-Coach allerdings, dass die Heininger auch das Torverhältnis vorgestern nochmals fleißig aufpoliert haben. Zwischen dem Ex-Verbandsligisten und den Weilheimern liegen somit nicht nur sechs Punkte, sondern auch in Sachen Torverhältnis ist das Team von Denis Egger im Plus (8) gegenüber dem Widerpart.

Konsequenz für die Weilheimer? Übermorgen möglichst zum Gegenschlag ansetzen. Wobei mit der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach ein Gegner im Lindachstadion aufkreuzt, der zum einen mitten im Abstiegskampf steckt, zum anderen vergangenen Sonntag per 3:1 über den Tabellenvierten TV Echterdingen für Erstaunen sorgte. Ein endgültiger Problemlöser war der Coup jedoch noch lange nicht.

Wie verrückt und spannend die Situation für die TSG ist, zeigen die Punktabstände: Lediglich fünf Punkte fehlen zum Tabellenfünften SG Bettringen, nur deren vier sind Polster in Sachen erster Direktabstiegsplatz. „Deshalb gilt es gegen die TSG umso mehr, dass wir kühlen Kopf bewahren“, fordert Eisenhardt, der in der Analyse des Gegners das kompakte Agieren gegen den Ball sowie das gepflegte Konterspiel als Gefahrenpunkte für sein Team ausgemacht hat. Das Hinrundenergebnis ist freilich ein Mutmacher für den TSVW. Das 2:1 auf dem Kunstrasenplatz am Bohnensträßle war einem enormen Siegeswillen der Gäste geschuldet. Der Großteil des TSVW-Kaders ist am Sonntag an Bord, lediglich die privat verhinderten Martin Kirschmann und Marvin Heth fallen aus.

Eifrig weitergerechnet würde im Weilheimer Erfolgsfalle unter der Limburg auf jeden Fall: Am übernächsten Spieltag könnte dann das Eisenhardt-Team vorlegen. Denn: Die vorgezogene Partie beim FV 09 Nürtingen findet bereits freitags statt. Heiningen müsste nachlegen - just bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach. Ein Spannungsabfall im Kampf um Platz zwei ist noch nicht in Sicht.

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Spannungsabfall-im-Kampf-um-Platz-zwei-nicht-in-Sicht-_arid,106793.html