WFV-Pokal Das 1:2-Halbfinal-Aus der TSVW-A-Junioren gegen Heidenheim wird von einem Zuschauer-Ausraster überschattet.

Ausgelassene Feierlaune, enttäuschte Mienen: Exakt vier Wochen lagen zwischen diesen beiden extremen Gefühlswelten. Was den Weilheimer A-Junioren am 29. März gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart im WFV-Pokal per 3:1 glückte, der Einzug in die nächste Runde inklusive großer sportlicher Sensation, blieb gegen den Oberliga-Tabellenzweiten FC Heidenheim im Halbfinale verwehrt.

Stolperfalle Heidenheim: Enes Aydemir und die Weilheimer A-Juniorenkicker sind im Halbfinale des WFV-Pokals ausgeschieden. Foto: Jean-Luc Jacques
Stolperfalle Heidenheim: Enes Aydemir und die Weilheimer A-Juniorenkicker sind im Halbfinale des WFV-Pokals ausgeschieden. Foto: Jean-Luc Jacques

Nicht nur die Niederlage trug am Mittwochabend im Lindachstadion zur trüben Stimmung bei Nässe und wenigen Graden über null bei. Überschattet wurde die Partie von der Tätlichkeit eines Weilheimer Zuschauers, naher Angehöriger eines TSVW-Kickers. Als es am Spielfeldrand Mitte der ersten Halbzeit zu einer weitgehend harmlosen Rangelei zwischen dem Heidenheimer Ibrahim Hajtic und dem Weilheimer Stürmer Enes Aydemir gekommen war, rannte der Zuschauer völlig unvermittelt auf den Platz und schlug dem Heidenheimer Akteur ins Gesicht. Nur dank des Einsatzes mehrerer TSVW-Funktionäre und Mithilfe von Eltern Weilheimer Spieler gelang es, den aggressiven Attackierer zunächst vom Rasen und anschließend aus dem Lindachstadion zu drängen - selbst ein Ruf der Polizei wurde von den Weilheimer Verantwortlichen kurzzeitig in Erwägung gezogen.

Weilheims A-Junioren-Trainer Dominik Probst war fassungslos: „Solch ein Verhalten ist eine Schande, das hat auf unserem Sportplatz nichts zu suchen.“ Heidenheims Coach Benjamin Götz war ähnlich bedient. „Wir waren alle perplex - unglaublich.“ Der sicher leitende Unparteiische Felix Prigan (Deizisau) verfasste am Abend noch einen Sonderbericht zu dem Vorfall.

In der durchweg fairen Partie ließen sich die Akteure beider Teams nicht von den Geschehnissen anstecken. Rund eine Stunde lang dominierten die Heidenheimer, deren erklärtes Ziel die Bundesliga-Rückkehr ist, unaufgeregt und mit guter Raumaufteilung das Match. Der staksig wirkende, aber torgefährliche FCH-Angreifer Jermain Ibrahim (elf Treffer in der laufenden Oberligasaison) stand vor der Pause zweimal zentral goldrichtig (9., 34.), markierte die 2:0-Pausenführung für die Junioren des Zweitligisten. „Uns ist es über weite Strecken gelungen, die Weilheimer von unserem Tor fernzuhalten“, freute sich Heidenheims Trainer Götz.

Dabei durften die Gastgeber doch noch wider Erwarten kurz Hoffnung schöpfen. Mit einem brillanten Weitschuss aus rund 25 Metern, der Ball senkte sich hinter dem Keeper und zentimetergenau unter die Latte ins Tor, sorgte Weilheims „Neuner“ Deniz Emini eine Viertelstunde vor Spielende für Sonderapplaus bei den 230 Zuschauern - für mehr sollte es den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern nicht mehr reichen. „Wir haben heute nicht genügend Energie gehabt, um erneut eine Pokalüberraschung zu schaffen“, bilanzierte Trainer Probst nüchtern, „die Verbandsstaffel-Punktrunde und der Kampf gegen den Abstieg fordern eben aktuell zu viel Tribut.“

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Truebe-Stimmung-in-Weilheim-_arid,106512.html