A-Junioren des TSVW schalten vor 500 Zuschauern Bundesligist VfB Stuttgart aus und lassen sich selbst von einem Flutlichtausfall nicht aus der Ruhe bringen.

Dieses war der erste Streich: Die Weilheimer A-Junioren bejubeln den Treffer zum 1:0 von Simon Wahler. Foto: Markus Brändli
Dieses war der erste Streich: Die Weilheimer A-Junioren bejubeln den Treffer zum 1:0 von Simon Wahler. Foto: Markus Brändli

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Wenn ein Jugendfußballspiel 500 Zuschauer anlockt, ist dies bereits bemerkenswert. Wenn das Match sogar in eine handfeste sportliche Sensation mündet, ist der Unterhaltungswert kaum noch zu toppen. Die Weilheimer A-Junioren, Verbandsstaffel-Aufsteiger und als krasser Außenseiter ins Match gegangen, servierten am Mittwoch die drei Spielklassen höher kickenden Kollegen aus Bad Cannstatt im Viertelfinale des ADAC-A-Junioren-Verbandspokal 3:1 ab.

„Unser Plan ist aufgegangen“, jubilierte TSVW-Trainer Dominik Probst nach dem Abpfiff. Vor allem das Angriffspressing hatte die Stuttgarter vor kaum lösbare Probleme in der Spielgestaltung gestellt. VfB-Trainer Heiko Gerber war entsprechend bedient. „Das war ein hoch verdienter Sieg für Weilheim. Dieses Spiel war einmal mehr der Beweis, dass wir in dieser Saison einfach Probleme haben“, resümierte der 199-fache Bundesligaspieler.

Während es der Stuttgarter Tross eilig hatte, in die Kabine zu kommen, begann auf dem Rasen für die Weilheimer Jung-Fußballer der Party-Teil. Überschwänglich feierten sie nicht nur mit isotonischen Getränken ihren Triumph. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen die Torschützen: Simon Wahler (1:0 per flach geschossenem Freistoß aus 20 Metern), Samuel Bosler (platzierter Linksschuss ins rechte untere Torecke zum 2:1) sowie 3:1-Schütze Fabio Brandner. Der Mittelfeldakteur hatte in der 79. Minute mit einem 40-Meter-Schlenzer VfB-Torwart Witte düpiert.

Der Weilheimer Coup passte so zu einem außergewöhnlichen Abend bei angenehm frühlingshaften Temperaturen. Der Zuschauerandrang war dabei so groß, dass bereits nach wenigen Spielminuten erste Versorgungsengpässe am TSVW-Verkaufshäuschen eintraten. „Gott sei Dank hatten noch die Geschäfte offen“, scherzte Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess mit Blick auf den schnell wieder hergestellten Vorrat an Roten Würsten und weiteren Verkaufswaren. „Wir hatten lediglich mit 200 Zuschauern gerechnet“, zeigte sich TSVW-Jugendleiter Bernd Stolz erfreut und überrascht zugleich.

15 Minuten Dunkelheit

Nach 60 Spielminuten fiel dem Verkaufspersonal freilich die Arbeit genauso schwer, wie den Jungs ein paar Meter weiter auf dem Rasen. Wieder einmal (zuletzt vergangenen Oktober im Landesliga-Freitagabendspiel gegen Nürtingen) machte das Flutlicht im Lindachstadion schlapp: Finsternis statt Durchblick für über 15 Minuten. In der Zwangspause lief Stadionsprecher Michael Lenz zur Hochform auf, nutzte die skurrile Situation für lockere Sprüche und fußballhistorische Querverweise.„Es werde Licht, das nimmt hier ja biblische Ausmaße an“, lautete sein letzter Spruch, als die ersten Flutlichter in Weilheim wieder zaghaft zu leuchten begannen.

So hatten die Weilheimer Unterstützer in der Schlussphase gleich zweimal erheblichen Grund zum Zittern. Sportlich gesehen galt es für die jungen TSVW-Kicker, ihren Vorsprung mit großem Einsatz über die Ziellinie zu retten - aus technischer Sicht, ob die von von Kundigen reaktivierte Flutlichtanlage ihren Dienst nicht wieder quittiert. Alles ging gut. „Ein außergewöhnlicher Abend“, resümierte Jugendleiter Stolz. Nicht nur er war von den Ereignissen mit all den Facetten überwältigt.

Spielstenogramm

Tore: 1:0 Wahler (14.), 1:1 Dos Santos (22.), 2:1 Bosler (47.), 3:1 Brandner (79.)
Gelbe Karte: Dos Santos
Schiedsrichter: Philipp Herbst (Rübgarten)
Zuschauer: 500

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Weilheimer-Youngsters-feiern-Sensation-vor-Rekordkulisse-_arid,105399.html